Integration in ERP-Systeme

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Was ist Integration in ERP-Systeme? 

Integration in ERP-Systeme beschreibt die systematische Anbindung eines Produktkonfigurators an ein Enterprise Resource Planning (ERP)-System, um konfigurierte Produkte oder Dienstleistungen direkt in unternehmensweite Prozesse wie Materialwirtschaft, Fertigung, Logistik, Einkauf und Controlling zu überführen. Ziel ist die durchgängige, fehlerfreie und automatisierte Verarbeitung konfigurierter Varianten – von der Konfiguration bis zur Auftragsabwicklung. 

Technischer Kontext und Zielsetzung 

Ein Produktkonfigurator erzeugt komplexe, oft individuelle Konfigurationsdaten. Damit diese nahtlos in den operativen Ablauf eines Unternehmens einfließen, ist eine strukturierte Übergabe an ERP-Systeme wie SAP S/4HANA, Microsoft Dynamics 365, Oracle ERP oder Infor notwendig. Dabei werden etwa folgende Inhalte übertragen: 

  • Konfigurationsvarianten und Stücklisten (BoM) 
  • Parametrisierte Komponenten 
  • Auftrags- und Produktionsdaten 
  • Preisinformationen aus der dynamischen Preislogik 
  • Fertigungsregeln und Prüfparameter 

Die Integration erfolgt typischerweise über APIs, iDocs, Webservices oder standardisierte Datenformate wie XML oder JSON – je nach Systemarchitektur und Konfigurationslogik

Praxisbeispiele und Use Cases 

  • Engineer-to-Order (ETO): Ein technischer Vertrieb konfiguriert eine Sondermaschine. Die Konfiguration wird automatisiert an das ERP-System übergeben, das daraus individuelle Arbeitspläne und Fertigungsaufträge generiert. 
  • Make-to-Order (MTO): Im Möbelbereich wählt der Kunde in einem B2C-Konfigurator Farbe, Maße und Ausstattung. Die Konfiguration wird als Materialstückliste mit Produktionsparameter direkt an das ERP übertragen. 
  • Variantenkonfiguration in SAP: In SAP-Umgebungen können Konfigurationsmerkmale (SAP-Klassen und Merkmale) direkt übermittelt und mit Variantenstücklisten (KMAT) verknüpft werden. 

Vorteile der ERP-Integration 

  • Medienbruchfreie Prozesskette vom Kundeninput bis zur Fertigung 
  • Höhere Datenqualität durch automatisierte Übertragung 
  • Skalierbare Produktionsplanung auch bei hoher Variantenvielfalt 
  • Transparenz über den gesamten Produktlebenszyklus 
  • Kostenreduktion durch weniger manuelle Eingriffe und geringere Fehlerquoten 

Herausforderungen und Anforderungen 

Die ERP-Integration erfordert: 

  • Konsistente Datenmodelle zwischen Konfigurator und ERP (z. B. Variantenmodell, Attributstruktur, Regelwerk) 
  • Versionierung und Änderungsmanagement konfigurierter Stücklisten 
  • Rückkanal für Statusinformationen, etwa über Auftragsannahme, Verfügbarkeit oder Liefertermin 

In komplexen Szenarien ist eine Middleware oder ein Product Data Hub sinnvoll, um Produktmodelle zwischen Konfigurator, PDM und ERP zu synchronisieren. 

Verwandte Begriffe und Zusammenhänge 

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