No-Code/Low-Code-Konfigurator

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Was ist ein No-Code/Low-Code-Konfigurator? 

Ein No-Code/Low-Code-Konfigurator ist ein Produktkonfigurator, dessen Erstellung, Pflege und Erweiterung weitgehend ohne klassische Programmierkenntnisse (No-Code) oder mit minimalem Entwicklungsaufwand (Low-Code) möglich ist. Solche Systeme bieten visuelle Benutzeroberflächen, Drag-and-Drop-Funktionalitäten sowie deklarative Regeldefinitionen, mit denen Fachabteilungen selbstständig Konfigurationslogiken, UI-Elemente und Produktmodelle gestalten und anpassen können. 

Technologische Grundlagen und Komponenten 

No-Code/Low-Code-Plattformen abstrahieren technische Komplexität, indem sie Konfigurationslogik, UI-Komponenten und Datenintegration über visuelle Editoren oder vordefinierte Bausteine zugänglich machen. Typische Bestandteile: 

  • Visuelle Regel-Editoren zur Modellierung von Constraints oder Abhängigkeiten 
  • Drag-and-Drop-Oberflächen für UI/UX-Komponenten 
  • Modularisierte Datenstrukturen für Produktvarianten und Attribute 
  • APIs zur Anbindung von ERP-, CRM- oder PIM-Systemen 
  • Konfigurations-Engines im Hintergrund für die Auswertung der Konfigurationslogik 

Praxisrelevante Use Cases 

  • Produktmanagement-Teams können neue Variantenmodelle eigenständig erstellen, ohne auf Entwicklerressourcen zu warten. 
  • Vertriebseinheiten passen Self-Service-Konfiguratoren schnell an wechselnde Marktbedingungen an. 
  • Markteinführungen neuer Produkte oder Services lassen sich beschleunigen, indem MVPs iterativ aufgesetzt und direkt mit Kunden getestet werden. 
  • Internationalisierung durch schnelle Rollouts in unterschiedlichen Märkten mit länderspezifischen Produktlogiken und UI-Sprachen. 

Vorteile für Unternehmen 

  • Höhere Agilität durch schnellere Iterationen und kürzere Time-to-Market 
  • Kostenersparnis durch reduzierte Entwicklerabhängigkeit bei der Modellpflege 
  • Skalierbarkeit durch Standardisierung von Komponenten und Templates 
  • Empowerment der Fachabteilungen, insbesondere im Produktmanagement, Marketing oder Vertrieb 
  • Bessere Wartbarkeit und Konsistenz durch zentrale Logikpflege bei verteiltem Input 

Herausforderungen und Grenzen 

  • Komplexitätsgrenzen bei sehr tief verschachtelter Logik (z. B. Engineer-to-Order
  • Abhängigkeit vom Funktionsumfang der Plattform 
  • Erhöhter Bedarf an Governance, um Inkonsistenzen durch dezentrale Modellierung zu vermeiden 

Verwandte Begriffe und angrenzende Themen 

Tipp: In hybriden Szenarien kann ein Low-Code-Ansatz als Brücke dienen, um technisches Customizing und visuelle Modellierung zu kombinieren – insbesondere in Unternehmen mit heterogener IT-Kompetenzlandschaft. 

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