Preislogik

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Was ist Preislogik? 

Preislogik beschreibt die strukturierte und regelbasierte Methode zur Preisermittlung innerhalb eines Produktkonfigurators. Sie definiert, wie Einzelpreise, Zuschläge, Rabatte und Abhängigkeiten in Abgleich mit einer spezifischen Konfiguration kombiniert werden, um einen validen Endpreis für ein konfiguriertes Produkt oder eine Dienstleistung zu berechnen. Die Preislogik ist ein essenzieller Bestandteil von CPQ-Systemen (Configure Price Quote)und muss eng mit der Konfigurationslogik und den zugrunde liegenden Produktmodellen verzahnt sein. 

Komponenten der Preislogik 

Eine ausgereifte Preislogik besteht typischerweise aus mehreren Schichten: 

  • Grundpreislogik: Preis eines Basisprodukts oder einer Produktvariante 
  • Optionspreise: Zuschläge oder Abschläge für konfigurierbare Merkmale 
  • Regelbasierte Zuschläge: Preisänderungen durch Bedingungen, z. B. bei inkompatiblen oder aufpreispflichtigen Kombinationen 
  • Abhängigkeitsbasierte Preisfindung: Preise, die durch Constraints, Dependency Graphs oder parametrisierte Komponenten beeinflusst werden 
  • Kundenspezifische Preisregeln: Integration von kundenindividuellen Preislisten, Rabatten, Rahmenvereinbarungen oder Mengenskalierungen 
  • Währungs- und Mehrwertsteuerlogik: Lokalisierung der Preisberechnung für internationale Märkte 

Use Cases aus der Praxis 

  • Ein Maschinenbauer setzt auf dynamische Preisberechnung, bei der sich die Endpreise automatisch aus der Stückliste und parametrischen Abmessungen ergeben. Materialpreise werden dabei in Echtzeit aus dem ERP-System bezogen. 
  • Ein Anbieter von Smart-Home-Systemen nutzt variantenabhängige Preiszuschläge, die nur dann aktiviert werden, wenn bestimmte Kombinationen aus Sicherheitskomponenten und Schnittstellenmodulen gewählt werden. 
  • In einem B2B-Konfigurator wird der Preis über mehrstufige Rabattmatrizen gesteuert, die Kundensegment, Mengenstaffel und Vertriebsregion berücksichtigen. 

Technische Umsetzung 

Die technische Implementierung erfolgt häufig in enger Anbindung an das ERP- oder CRM-System, sodass z. B. SAP-Preisfindungslogiken oder Microsoft Dynamics-Preisregeln übernommen werden können. Moderne Konfigurations-Engines verfügen über eigene Preisregel-Editoren, mit denen Business-Anwender Preislogiken ohne Programmieraufwand pflegen können (Low-Code/No-Code). 

Zusätzlich ermöglichen REST-APIs eine Echtzeit-Synchronisation von Preisdaten und erleichtern die Integration in digitale Touchpoints wie E-Commerce-Systeme, CPQ-Plattformen oder Self-Service-Konfiguratoren. 

Vorteile einer intelligenten Preislogik 

  • Fehlerfreie Preisbildung trotz großer Variantenvielfalt 
  • Automatisierte Angebotserstellung mit konsistenten Preisinformationen 
  • Optimierte Vertriebsprozesse durch Transparenz und Reaktionsgeschwindigkeit 
  • Skalierbarkeit bei internationalen Rollouts 
  • Höhere Conversion-Rates durch Echtzeit-Feedback im Frontend 

Verwandte Begriffe und Zusammenhänge 

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