Wie funktioniert ein Konfigurator in AR/VR? 

Ein Konfigurator in AR/VR überträgt die Prinzipien der klassischen Produktkonfiguration in eine immersive Umgebung – entweder augmentiert in der realen Welt (AR) oder vollständig virtuell (VR). Die zugrunde liegende Konfigurationslogik, Produktmodellierung und Regelbasierte Konfiguration bleiben erhalten, werden aber visuell und interaktiv erweitert. 

1. Datenbasis und Engine bleiben gleich 

Ein AR/VR-Konfigurator nutzt dieselben Regelwerke, Variantenmodelle und Produktdatenmanagement-Strukturen wie ein klassischer Web-Konfigurator. Die zugrunde liegende Konfigurations-Engine berechnet Variantenabhängigkeiten, Constraints und Konfigurationskonsistenz – unabhängig vom Frontend. 

2. Interaktion im Raum statt über UI-Komponenten 

Statt Buttons, Dropdowns oder Checkboxen erfolgt die Interaktion über Gesten, Sprachbefehle oder Controller-Inputs. In der Praxis bedeutet das: Der Nutzer greift beispielsweise virtuell nach einem Bauteil und ersetzt es durch ein alternatives – unter Berücksichtigung der Konfigurationsregeln. 

3. Realtime-Visualisierung und Validierung 

Konfigurationsänderungen müssen in Echtzeit gerendert und validiert werden. Eine performante Verbindung von Realtime-Rendering und Constraint Propagation ist essenziell, um dem Nutzer direkt Rückmeldung über gültige oder ungültige Konfigurationen zu geben. 

4. Einsatzszenarien 

Typische Use Cases sind komplexe Investitionsgüter, modulare Maschinen, Innenausstattungen oder Architekturanwendungen. AR wird oft genutzt, um Produkte in der realen Umgebung des Kunden zu konfigurieren (z. B. Küchen, Fahrzeugausstattungen), während VR für vollständige Showroom-Simulationen oder technische Verkaufsunterstützung dient. 

5. Schnittstellen und Systemintegration 

AR/VR-Konfiguratoren sind selten Standalone-Systeme. Sie greifen über REST-API oder Konfigurations-API auf zentrale Konfigurationsdaten zu und integrieren sich nahtlos in CPQ-Prozesse, Angebotsgenerierung und CRM-Systeme. 

Ein AR/VR-Konfigurator ist damit kein anderer Konfigurator, sondern ein anderes Frontend mit erweitertem Nutzungskontext – technisch angebunden an dieselbe logikgetriebene Konfigurationsarchitektur wie jedes moderne CPQ-System.